Zu Besuch bei Franziska Luthy

Wir finden Franziska Luethy im ehemaligen Brieger Areal mitten in Zürich. Franziskas Atelier ist Teil einer grösseren Ateliergemeinschaft. Sie teilt ihren Raum mit zwei Grafikerinnen. An der Wand steht eine Strickmaschine, am Fenster ein Arbeitstisch mit einem Computer, daneben ein Bügelbrett mit Bügeleisen drauf. Hier entstehen Franziska Luethys wunderbare Strickdesigns. Umgesetzt werden sie später von kleinen europäischen Manufakturen. Ihr Edith Cardi, eine gestrickte Baseball-Jacke und ihre wunderbaren Strickmützen sind seit längerem fester Bestandteil unseres Sortiments.

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- Wie bist du zur Mode gekommen?

Ich habe Textildesign studiert, aber Mode hat mich immer schon interessiert. Bereits während des Studiums hat sich abgezeichnet, dass ich die beiden Bereiche kombinieren möchte. Nach dem Studium habe ich mir eine Strickmaschine gekauft und begonnen, zu experimentieren. Mit der ersten entstandenen Kollektion nahm ich an einer Modeschau teil. Das positive Feedback, das ich erhalten habe, hat mich bestärkt, weiter in diese Richtung zu gehen.

- Wie produzierst du ?

Ich produziere in kleinen europäischen Betrieben, hauptsächlich in Italien. Je näher der Standort, umso besser. So kann ich hinreisen, um Details zu klären. Manchmal suche ich auch Strickereien, die in der Region der Spinnerei angesiedelt sind, wie zum Beispiel in Schottland. Relevant für die Produktion ist der Maschinenpark und die Techniken, die die jeweiligen ProduzentInnen anbieten und beherrschen. Oft suche ich die passende Produktion zum Produkt, was gar nicht so einfach ist. Eine Traumproduzent:in würde auch kleine Aufträge dankend annehmen.


- Was sind die Hauptschwierigkeiten bei einer Kleider Produktion ?

Die Mindestmengen bei Produktionen sind hoch, weil der Aufwand, eine Strickmaschine einzurichten gross ist. Die Musterung der Prototypen ist kostspielig, weil sie viele Arbeitsschritte beinhaltet. Leider bremst dies das experimentieren. Früher habe ich ganze Outfits entworfen und selbst gestrickt, heute entwickle ich einzelne Produkte. Anders wäre es finanziell nicht umsetzbar. Zudem beobachte ich, dass es momentan schwierig ist, neue Produzenten zu finden, die freie Kapazitäten haben. Viele Strickereien sind seit den letzten Jahren stark ausgelastet, weil die Nachfrage trotz Corona gestiegen ist, andere mussten die personellen Kapazitäten reduzieren, die jetzt fehlen.

- Was inspiriert dich?

Ich habe eine Sammlung von Bildern und Strickproben, die mich inspirieren und die ich immer wieder anschaue. Da entdecke ich interessante Details und Ideen zu Strick- und Verarbeitungstechniken, Material und Haptik, Schnitten und Farbstimmung. Manchmal finde ich auch ein interessantes Teil auf dem Flohmarkt. Und natürlich das Material. Jedes Jahr gehe ich an die Garnmesse nach Florenz, worauf ich mich immer freue, weil man neue Garne entdecken kann. Meistens trage ich meine Ideen lange mit mir rum. Die Arbeit an einer Idee lege ich oft wieder beiseite, um sie viel später wieder weiterzuverfolgen. Die Zeit muss reif sein.

- Arbeitest du alleine ?

Momentan arbeite ich alleine und mache das Meiste selbst. Vom Entwurf, über die Koordination mit der Produktion, dem Vertrieb, bis hin zur Administration, Organisation von Shootings, dem Betreiben der Website und so weiter. Dies ist ziemlich Viel, aber auch sehr vielfältig, was mir gefällt.

Pictures by Raffael Waldner

 
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